3.01.2014

Radioakives Material aus Fukushima
in Ukraine

Fukushima 2013 - Grafik: Samy
Kiew (LiZ). Zöllner entdeckten heute auf dem Flughafen Borispol in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Bodenproben aus Fukushima. Das radioaktive Material überschritt den geltenden Grenzwert. Die Bodenproben hatten sich im Gepäck eines japanischen Geschäftsmannes befunden.

Nach der Ankunft eines Flugzeugs aus Frankfurt hatten die Zöllner das Gepäck bei einer Routinekontrolle untersucht. Der Japaner gab an, er habe beabsichtigt, die insgesamt 12 Gramm kontaminierte Erde in der Universität von Schytomyr im Norden der Ukraine untersuchen zu lassen. Das radioaktive Material stamme vom Gelände des zerstörten AKW Fukushima Daiichi. Unklar ist bislang, was damit weiter geschieht.

Ganz offenbar besteht die schwierige Situation, daß einerseits seit dem 11. März 2011 sich die Angaben des Betreiber-Konzerns TEPCO sowie der japanischen Behörden schon des öfteren als unzuverlässig erwiesen haben und andererseits kaum unabhängige Untersuchungen möglich sind, wenn die legalen Wege eingehalten werden. Nach den in Japan verbreiteten Meldungen wurde am 18. November mit der gefährlichen Bergung von rund 1.500 Brennelementen aus dem Lagerbecken in Reaktorblock 4 des zerstörten AKW Fukushima Daiichi begonnen (Siehe unseren Artikel v. 18.11.13). Welchen Fortschritt diese Arbeiten machen, ist jedoch unbekannt.

Zwischenzeitlich wurde im Dezember bekannt, daß auf dem Gelände der Fukushima-Ruinen eine extreme Strahlung von 25 Sievert/Stunde gemessen wurde (Siehe unseren Artikel v. 10.12.13). Ein Mensch, der sich in diesem Bereich aufhält, stirbt innerhalb von 20 Minuten den Strahlentod. Es bleibt nur zu hoffen, daß die Stahlung der Bodenproben, die in Kiew entdeckt wurden, erheblich geringere Werte aufweist. Interessant wäre - ganz unabhängig von der Strahlungsdosis - die Zusammensetzung der radioaktiven Isotope, da diese einen Rückschluß auf die Vorgänge in den Kernschmelzen und im Untergrund der Ruinen zuließen.

 

LINKSZEITUNG

 

Anmerkungen

Siehe auch unsere Artikel:

      Fukushima: Extreme Radioaktivität
      25 Sievert/Stunde (10.12.13)

      Gefährliche Bergung der Brennelemente beginnt
      TEPCO als inkompetent kritisiert (18.11.13)

      Radioaktivität unter Fukushima
      um das 6.500-fache gestiegen (19.10.13)

      40.000 demonstrieren in Tokio
      gegen Neustart der Atomenergie (15.10.13)

      Super-GAU von Fukushima
      Radioaktive Belastung des Meeres steigt (10.10.13)

      Hilflos in Fukushima
      Japanische Regierung bittet Ausland um Beistand
      (6.10.13)

      Japan: Kein AKW in Betrieb
      Es geht auch ohne Atomkraft (15.09.13)

      Unterirdischer Abfluß aus Fukushima
      größer als bislang zugegeben (1.09.13)

      Super-GAU von Fukushima
      Immer mehr Kinder mit Krebserkrankungen
      TEPCO will Hilfe von IAEA (22.08.13)

      AKW-Ruine Fukushima
      Immer mehr radioaktives Grundwasser fließt ins Meer
      (8.08.13)

      Super-GAU von Fukushima
      Dramatischer Anstieg der Radioaktivität im Grundwasser
      (10.07.13)

      Fukushima: Strontium im Grundwasser
      (19.06.13)

      Gerichtsurteil in Japan:
      Kinder müssen in verstrahlter Region bleiben (24.04.13)

      AKW-Ruine Fukushima
      Notkühlung ausgefallen (19.03.13)

      Fukushima mahnt
      IPPNW-Report über Folgen des Super-GAU (6.03.13)

      Zwei Jahre nach Fukushima
      Fünf Groß-Demos in Deutschland (4.03.13)

      Fisch im Küstengebiet vor Fukushima
      auch nach 18 Monaten stark radioaktiv belastet (26.10.12)

      Fukushima
      "Falsches Gefühl der Sicherheit" (23.10.12)

      General Electric: Atomenergie zu teuer
      Das Ende des Atomenergie-Zeitalters (30.07.12)

      Erneut 200.000 beim Anti-Atom-Protest
      Diskussion um Strategie in Japan (29.07.12)

      200.000 demonstrieren in Tokio
      gegen Atomenergie (16.07.12)

      Erneut 160.000 bei Demo in Tokio
      Polizei-Absperrungen vergeblich (14.07.12)

      160.000 in Tokio: "Saikado Hantai"
      Protest gegen Neustart der Atomenergie (7.07.12)

      Fukushima: 36 % der Kinder
      haben veränderte Schilddrüsen (5.07.12)

      200.000 in Tokio gegen Atomenergie
      AKW Oi wird hochgefahren (30.06.12)

      45.000 auf Demo in Tokio
      "Nein zum Neustart der Atomenergie!" (23.06.12)

      11.000 protestieren in Tokio
      gegen Neustart der Atomenergie (16.06.12)

      Atomkraftwerke in Japan
      Alle Reaktoren abgeschaltet (5.05.12)

      Der permanente Super-GAU von Fukushima
      "Kaltabschaltung" obsolet - Temperatur steigt (13.02.12)

      Japan: Nur noch 3
      von 54 Atom-Reaktoren am Netz
      Internationale Anti-Atom-Konferenz in Yokohama
      (30.01.12)

      AKW Fukushima Daiichi jetzt sicher?
      Groteske Informationspolitik in Japan (16.12.11)

      Der permanente Super-GAU von Fukushima
      Kernschmelze gravierender als zugegeben (2.12.11)

      Der permanente Super-GAU von Fukushima
      Hinweise auf fortdauernde Kernspaltung (2.11.11)

      Hohe Radioaktivität in Tokio
      Behörden leugnen Zusammenhang mit Fukushima

      Der permanente Super-GAU von Fukushima
      Wie viele Menschen sind bisher betroffen? (7.09.11)

      Der permanente Super-GAU von Fukushima
      Regierung verteilt Radioaktivität über Japan (27.08.11)

      Steigende Strahlungswerte
      in Atom-Ruine Fukushima (2.08.11)

      Stark erhöhte Radioaktivität
      in Fukushima (4.06.11)

      Fukushima: Der permanente Super-GAU
      TEPCO bestätigt Kernschmelze in 3 Reaktoren (24.05.11)

      Explosionsgefahr in Fukushima
      Situation weitaus schlimmer als bislang dargestellt
      (12.05.11)

      Aktuelle Hintergrund-Informationen
      zur Reaktor-Katastrophe von Fukushima
      US-ExpertInnen befürchten negative Entwicklung
      in den kommenden Monaten
      Fotos von cryptome.org (6.04.11)

      Japanischer AKW-Experte:
      Reaktor I vermutlich schon am 11. März leck (29.03.11)

      Fragen zur Situation in Japan,
      zur Atomenergie und zu Deutschland (25.03.11)

      Gesellschaft für Strahlenschutz:
      Super-GAU ist längst Realität (23.03.11)

      Die Situation in den havarierten japanischen AKW
      Stand: Sonntag 16 Uhr (13.03.11)

      Notkühlfall in japanischem AKW
      Situation in Reaktor Fukushima Daiichi I spitzt sich zu
      (11.03.11)