29.12.2011

Feuer auf russischem Atom-U-Boot
Angeblich kein Austritt von Radioaktivität

Atom-U-Boot, Archiv-Foto Moskau (LiZ). Auf dem Roslyakowo-Dock in der nordrussischen Region Murmansk ist auf dem Atom-U-Boot 'Jekaterinburg' ein Brand ausgebrochen. Angeblich waren keine Atom-Waffen an Bord, die beiden Atomreaktoren seien rechtzeitig abgeschaltet worden und es sei keine Radioaktivität ausgetreten.

Das Roslyakowo-Dock befindet sich in der Nähe der norwegischen Grenze, so daß eine Freisetzung von Radioaktivität zumindest nicht lange geheim gehalten werden könnte. Nach den Erfahrungen mit der staatlichen Informations-Politik nach den Atom-Katastrophen von Harrisburg (1979), Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011) ist jedoch Skepsis angebracht. Auch im Falle der beinahe Katastrophe im Jahr 2000, als das britische Atom-U-Boot 'Tireless' im Mittelmeer knapp einem Super-GAU entging, war die Informations-Politik der pseudo-linken Blair-Regierung alles andere als transparent. Im Jahr 2009 wurde der Zusammenstoß eines britischen und eines französischen Atom-U-Bootes im Atlantik, die beide mit Atom-Sprengköpfen ausgestattet sind, tagelang geheim gehalten.

Nach inoffiziellen Angaben brach das Feuer gestern auf einem hölzernen Gerüst in dem Dock aus und griff danach auf das Atom-U-Boot über. Ein Augenzeuge berichtete gegenüber dem russischen TV-Sender TV-21, er habe zehn Meter hohe Flammen gesehen. Elf Feuerwehrzüge und ein Lösch-Boot waren im Einsatz, um die Flammen einzudämmen. Der Fernsehsender TV-21 berichtete, außerdem habe ein Spezialhubschrauber tonnenweise Wasser auf das U-Boot geschüttet. In TV-Bildern waren riesige Rauchwolken zu sehen.

Nach Angaben eines Sprechers des russischen Kriegs-Ministeriums bestand keine Gefahr, daß Radioaktivität austritt. Die beiden Antriebsreaktoren seien abgeschaltet gewesen. Zudem seien alle Atomwaffen und konventionellen Raketen entfernt worden, noch bevor das U-Boot ins Dock eingelaufen sei.

Das rund 150 Meter lange und 11.740 Tonnen schwere Atom-U-Boot 'Jekaterinburg' ist mit zwei Atom-Reaktoren als Antrieb ausgestattet. Es zählt zur Delta-IV-Klasse und ist mit mehr als einem Dutzend Interkontinental-Raketen und einem Vielfachen an Atom-Sprengköpfen gerüstet.

 

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Anmerkungen

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